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Alle für ein Tal

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Thomas Pfann

Redaktor «36 km» Das Magazin für die Limmatstadt und freischaffender Journalist

Um die Zukunft des Limmattals muss man sich keine Sorgen machen, sondern sich dafür einsetzen – wie es verschiedene regionale Akteure tun.

Seit 1990 hat die Bevölkerungszahl in den Bezirken Baden und Dietikon um mehr als 50 000 Einwohner zugenommen, sodass jetzt rund 220 000 Menschen in den 37 Gemeinden beider Bezirke leben. Auch die Ansprüche an Wohnraum, Mobilitäts-angebote und Freiräume sind dabei stetig gestiegen. Unsere Region ist in Bewegung. Das erfordert ein hohes Mass an Planung und Weitsicht, damit die Menschen in ihrem Lebensumfeld von Wachstum, Prosperität und Nachhaltigkeit profitieren. Diese Entwicklung dem Zufall zu überlassen, wäre fatal und fahrlässig. Sinnvoller ist es, den Lebensraum zukunftsorientiert zu gestalten. Dazu braucht es Institutionen, Planungsgruppen, Organisationen, Förderungsinstrumente – und als wichtigste Beteiligte die Limmattalerinnen und Limmattaler selbst, die sich für ihre Wohn- und Arbeitsregion entschieden haben und diese mitgestalten wollen. Engagierte Akteure mit unterschiedlichen Aufgaben und Aktionsradien sind dafür nötig – und bereits sehr aktiv.

Interkantonale Herausforderungen

Der Raum an der Limmat zwischen den Städten Zürich und Baden und weiter bis zum Wasserschloss bei Turgi dehnt sich über zwei Kantone aus. Das ist aus planerischer Sicht eine Herausforderung, weil das föderalistische System unterschiedliche Rechtslagen und Vorschriften in den Kantonen definiert. Die Plattform Aargau Zürich (PAZ) zum Beispiel verstärkt die Zusammenarbeit der Grenzregionen. Fürs zürcherische Limmattal zuständig ist diesbezüglich die Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL), und im Aargau kümmert sich der Regionalplanungsverband Baden Regio um die planerischen Belange. «Baden Regio agiert im Auftrag der Behörden und deren politische Vertreter. Wir arbeiten eng mit Gemeinden und Städten zusammen. Verfügungsgewalt obliegt uns jedoch nicht, die Entscheidungsfindung liegt immer bei ihnen», sagt Roland Kuster, Präsident von Baden Regio und Wettinger Gemeindeammann.

«Planungsgruppen, Projektvereine und Standortförderer haben ein gemeinsames Ziel: die positive Entwicklung des Limmattals.» Roland Kuster, Präsident von Baden Regio und Wettinger Gemeindeammann.

Roland Kuster ist gleichzeitig auch Vizepräsident des Vereins Regionale 2025 – Regionale Projektschau Limmattal. Derselbe Mann in der Politik und bei verschiedenen Organisationen, gibts da keine Interessenkonflikte? «Nein, im Gegenteil. Planungsgruppen, Projektvereine und Standortförderer haben ein gemeinsames Ziel: die positive Entwicklung des Limmattals. Je mehr Durchlässigkeit gewährleistet, Informationen ausgetauscht, Erfahrungen mit eingebracht und Wissen zur Verfügung gestellt wird, desto erfolgreicher können wir unsere Ziele umsetzen.» Dieser Meinung ist auch Peter Wolf, Geschäftsleiter des Vereins Regionale 2025 – Regionale Projektschau Limmattal: «Die Zusammenarbeit aller Akteure bringt die Region weiter, gemeinsam mit der Bevölkerung. » Der Verein sammelt Projektvorschläge, wählt zusammen mit einem Fachgremium die innovativsten aus, treibt diese voran und setzt sie auch um. Er unterstützt damit gesamträumlich bedeutsame Aktivitäten und den grenzüberschreitenden Austausch.

Kommunikation und eine gemeinsame Positionierung wiederum sind Hauptanliegen der Limmatstadt AG. Die privatwirtschaftliche Organisation zur Standortförderung des gesamten Limmattals darf und will es sich leisten, mit konstruktivem, verbindendem Engagement über Kantons- und Parteigrenzen hinaus zu agieren. «Nur ein gemeinsames Vorgehen, Kreativität und Mut für Neues führen in eine erfolgreiche Zukunft. Dazu gehört auch die Offenheit aller Beteiligten bei der Umsetzung von Ideen», sagt Geschäftsführerin Jasmina Ritz. Eine dieser Ideen der Organisation ist das digitale 3D-Stadtmodell Limmatstadt, mit dem räumliche Entwicklungen und künftige Projekte realitätsnah dargestellt werden können. In Zusammenarbeit mit der Metropolitankonferenz Zürich wird das digitale Stadtmodell umgesetzt und öffentlich zugänglich gemacht.

Die Metropolitankonferenz Zürich ist ein Verein, in dem acht Kantone und über 110 Gemeinden und Städte Mitglied sind. Er fördert die Zusammenarbeit zwischen Kantonen, Städten und Gemeinden in einem grossstädtisch geprägten Raum. Geschäftsstellenleiter des Vereins Metropolitanraum Zürich, Walter Schenkel, sagt dazu: «Geht es dem gesamten Metropolitanraum gut, geht es auch dem Limmattal und den einzelnen Gemeinden gut.» Viele Akteure verderben also keineswegs das Tal, sondern unterstützen es in seiner Entwicklung. Um daran teilzuhaben, muss man wissen, wer sich um die Geschicke des Limmattals kümmert.

Die ungekürzte Fassung dieses Beitrags finden Sie im «Magazin 36km».

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Thomas Pfann

Redaktor «36 km» Das Magazin für die Limmatstadt und freischaffender Journalist