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Mit dem 2er nach Schlieren

Bild von Thomas Pfann

Thomas Pfann

Redaktor «36 km» Das Magazin für die Limmatstadt und freischaffender Journalist

Das Tram im Limmattal. Kaum jemand weiss noch, wie es damals war, von 1900 bis 1930, als die Limmattal-Strassenbahn von Zürich nach Dietikon rollte. Vielleicht haben ältere Semester noch das Bild vor Augen, als die Tramwagen bis 1956 zwischen Farbhof und Schlieren verkehrten. Und jetzt, nach den ersten Wochen seit der Inbetriebnahme der ersten Teilstrecke der Limmattalbahn (LTB), stellt sich die Frage, welche Erfahrungen die Passagiere bereits gemacht haben. Eindrücklich: Man kann sich fast nicht mehr an den Zustand erinnern, als das Tram noch nicht durch Schlieren fuhr. Dabei liegt diese Zeit doch nicht lang zurück und dauerte immerhin über 60 Jahre.

«Der Bau hat sich gelohnt»

«Ich habe den Eindruck, das Tram fahre schon seit eh und je hier durch», sagt eine junge Frau auf dem Weg zur Arbeit kurz vor der Haltestelle Schlieren Micafil. «Früher sass ich im Bus – jetzt viel bequemer in der Strassenbahn. Und alles scheint mir schon so gewohnt, ich kanns mir ohne gar nicht mehr vorstellen.»

Ähnlich geht es Benni. Er wohnt in Altstetten, nahe beim Lindenplatz, sein Arbeitsplatz befindet sich mitten in Schlieren. Früher stieg er oft ins Auto, nun bringt ihn der 2er ohne Unterbruch zur Arbeit und nach Hause. «Super! Die Bauarbeiten waren zwar echt mühsam, aber sie haben sich im Endeffekt gelohnt.» In wenigen Minuten ist er vor Ort, es gibt keinen Stau, und genug Platz hat es im Tramwagen auch. «Und später kann ich mit der LTB direkt ins Shoppingcenter fahren oder ins Kino – das ist einfach perfekt», freut er sich.

«Die Stadt hat keine Grenzen mehr»

Tatsächlich erstaunt die kurze Fahrzeit, die die Fahrzeuge der Linie 2 von der Station Tiefenbrunnen am Ostende der Stadt Zürich bis zur Schlieremer Geissweid benötigen: Es sind nach Fahrplan nur rund 40 Minuten. Das soll mal jemand mit dem Auto schaffen! Nach der Fertigstellung der kompletten LTB-Linie vom Bahnhof Altstetten bis zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach wird die Fahrt sogar einige Minuten weniger lang dauern. Und sie verläuft fast immer durch städtisches Gebiet, wie man es aus Zürich gewohnt ist.

«Ich habe tatsächlich keinen Unterschied zwischen Zürich und Schlieren festgestellt», bestätigt eine beim Stauffacher wohnhafte Rentnerin. Sie ist ohne bestimmten Grund nach Schlieren gefahren. «Ich wollte einfach mal schauen, wo der 2er jetzt durchfährt. Es fühlt sich genauso an, wie wenn man Richtung Albisrieden fährt oder entlang der Badenerstrasse beim Lochergut: Die Stadt hat keine Grenzen mehr – vor allem jetzt mit dem Tram.»

«Wir sind gespannt, wie es weitergeht»

Auch nur zum Plausch fährt eine Grossmutter mit ihren Enkeln vom Farbhof bis zur Endstation Geissweid. Hier bleibt das Tram für einige Minuten stehen, bis es nach einer scharfen Linkskurve zur Station Zentrum Schlieren fährt. «Die Strecke ist wirklich gut gelungen, und vor allem hier bei der Endstation gibts viel Platz, das gefällt uns gut. Wir sind gespannt, wie es dann nach Dietikon und Killwangen weitergeht. Da fahren wir dann auch hin, ganz bestimmt.»

Weitere Informationen zu "Die Limmattalbahn - ein Generationenprojekt"

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Thomas Pfann

Redaktor «36 km» Das Magazin für die Limmatstadt und freischaffender Journalist