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Silja Walter neu erleben

Bild von Elisabeth Feller

Elisabeth Feller

Redaktorin «36 km» - Das Magazin für die Limmatstadt und freischaffende Journalistin

Die Technik war Silja Walter nie fremd: Zu ihrem 80. Geburtstag bekam sie einen Computer, zu ihrem 90. war Internet ein Thema, und nun zu ihrem 100., den sie am 23. April 2019 hätte feiern können, Virtual Reality. Das verwundert nicht, wenn man ein Foto betrachtet, auf dem die Dichterin und Klosterfrau Schwester Hedwig (Silja) Walter vor dem Computer sitzt und das Geschriebene aufmerksam-kritisch begut-achtet. Am 31. Januar 2011 ist eine Frau gestorben, über die Max Röthlisberger, Dozent für Pädagogik, schrieb: «Nach anfänglichem Verstummen beim Eintritt ins Kloster Fahr hat Silja Walter das Wort gefunden, das die Welt zum Singen bringt.»

Singen lässt sich 2019 mit Feiern und Jubeln gleichsetzen – denn die Benediktiner-innen des Klosters Fahr erinnern während des ganzen Jahres mit einer Fülle von Veranstaltungen an den 100. Geburtstag von Silja Walter. Herzstück des Jubiläums ist dabei der öffentlich zugängliche, während maximal fünf Jahren begehbare Silja-Walter-Weg rund ums Kloster – ein Geschenk der Römisch-Katholischen und Reformierten Kirche im Aargau, der Römisch-Katholischen Kirche im Kanton Zürich sowie Katholisch Stadt Zürich.

Ein spiritueller und virtueller Rundgang

Zehn Stationen – für jede Dekade eine – sollen nicht nur Kenner von Silja Walters OEuvre, sondern auch Menschen, die damit noch nicht so vertraut sind, zum Verweilen einladen. Mit dem «Segen» an der Limmat beginnt der Rundgang. Anschliessend führt dieser unter anderem über die «Schöpfung» im Propstei-Garten und die «Freude» in den Reben bis zum «Leben» im Silja-Walter-Raum. Das Besondere daran? «Weil wir Leben und Werk Silja Walters auch einem jüngeren Publikum näherbringen wollen, sprechen wir dieses mit Technik an.»

Also kann man sich bei den Stelen mittels Smartphone und einem QR-Code ein-loggen, um danach verschiedene Texte von Silja Walter zu hören. «Wir verwenden aber auch Virtual-Reality-Brillen, um Kurzfilme anzuschauen. Es geht darum, Silja Walter und ihrem schriftstellerischen Schaffen auf dem Rundgang virtuell zu begegnen», sagt Priorin Irene und hofft, dass der Weg auch Schülerinnen und Schüler interessieren wird.

Nicht nur beim Rundgang kommt man Silja Walter nahe – auch beim Freilicht-Tanzprojekt «feu sacré». Dafür ist Brigitta Luisa Merki prädestiniert, hat sich die Tänzerin und Choreografin doch schon 2017 in «Bolero. Tanz der Feuertaube» (Tanz & Kunst Königsfelden) auf Silja Walter bezogen. Grundlage von «feu sacré» bilden Briefe zwischen Silja Walter und der Tänzerin Susana – Brigitta Luisa Merkis einstiger Lehrerin.

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Elisabeth Feller

Redaktorin «36 km» - Das Magazin für die Limmatstadt und freischaffende Journalistin