Titelbild des Artikel: «Ich wollte eben immer schon etwas Spezielles machen.»

«Ich wollte eben immer schon etwas Spezielles machen.»

Ein Faible für Süsses

Wem bei diesem Anblick nicht das Wasser im Munde zusammenläuft, dem ist nicht zu helfen. Kurzum: Das Atelier Création Sucrée im Oederlin-Areal bei Baden ist nur für Menschen, die für französische Patisserie, Torten, Pralinen und Macarons entflammen. Und zwar nicht nur, weil diese gut munden, sondern weil sie auch wunderbar aussehen. Schöpferin dieser Köstlichkeiten ist Josiane Schöni, die sogleich verrät: «Ich war schon als Kind an Süssem interessiert.»

Früh an Süssem interessiert: Haben Sie demnach Ihr Ziel, Patisserie-Meisterin zu werden, auf direktem Weg verfolgt?

Josiane Schöni: Keineswegs. Ich habe zuerst eine Kochlehre absolviert. Danach habe ich mich in einem Bürojob versucht, habe aber gemerkt, dass dies nicht das Richtige für mich ist. Deshalb habe ich mich 2016 nach London aufgemacht.

Ausgerechnet. Diese Stadt hat nicht gerade den Ruf einer kulinarischen Hochburg.

Das hat sich mittlerweile geändert. In London ist die renommierte Schule Le Cordon Bleu beheimatet.

Ich schaue kurz nach: Sie befindetsich in der Nähe zum British Museum – eine feine Adresse.

Ja. Ich wollte in dieser Schule, wo französische Dozenten lehren, die Kunst grosser französischer Patisserie lernen.

Obwohl es in der Schweiz wunderbare Süssigkeiten gibt.

Gar keine Frage. Aber ich wollte eben immer schon etwas Spezielles machen. In London blieb ich jedenfalls ein halbes Jahr, machte das Diplome de Pâtisserie und kam danach in die Schweiz zurück.

Joasine Schöni Creation Sucree
Foto: Chris Iseli

Wo Sie sich sogleich ins Abenteuer eines eigenen Ateliers stürzten?

Nein. Ich habe erst einmal meinen alten Bürojob ausgeübt. Das verschaffte mir Zeit, mir Gedanken über eine Selbstständigkeit zu machen. Im März 2018 wagte ich dann den Schritt. Ich fand einen Raum im Oederlin-Areal. Seither wirke ich hier und freue mich, wie gut sich das Ganze entwickelt.

Kreieren Sie immer wieder neue Produkte?

Ja, beispielsweise das Josiane-Stängeli, ein saisonales Herbst-Produkt, das Zutaten wie Zwetschgen, Karamell und geröstete Haselnüsse enthält. Derzeit tüftle ich auch an einer veganen Linie.

Sie sind permanent von Süssem umgeben. Sind Sie da nicht dauernd am Naschen?

Überhaupt nicht. Seit ich in meinem Atelier bin, esse ich sogar weniger.

Wie das?

Mit der Zeit wird man heikler und wählerischer. Man achtet vermehrt auf die Qualität der Zutaten, die man für Patisserie und Pralinen verwendet. Man isst Süssigkeiten also nicht einfach so. Aber keine Bange: Ich liebe und geniesse nach wie vor Süsses. «Ich wollte eben immer schon etwas Spezielles
machen.»


JOSIANE SCHÖNI (33)
Die Gründerin von Création Sucrée ist in Wettingen aufgewachsen und lebt heute in Dättwil. Vor zwei Jahren hat sie im Oederlin- Areal in Rieden bei Baden ihr Atelier eröffnet. Dort stellt sie süsse Köstlichkeiten her.
creationsucree.ch


Weitere spannende Geschichten finden Sie unter Junge Macher*innen. Dieser Artikel ist Teil des «36 km» - das Magazin für die Limmatstadt.

Bild von Elisabeth Feller

Elisabeth Feller

Redaktorin «36 km» - Das Magazin für die Limmatstadt und freischaffende Journalistin

Bild von Elisabeth Feller

Elisabeth Feller

Redaktorin «36 km» - Das Magazin für die Limmatstadt und freischaffende Journalistin