Titelbild des Artikel: «Nicht nur Verkaufsort, sondern auch Treffpunkt.»

«Nicht nur Verkaufsort, sondern auch Treffpunkt.»

Foto: Dieter Minder

Das Sprungbrett von Baden

Ein Sprungbrett für den Start auf die Erfolgsstrasse bietet Michèle Mengozzi in ihrem Laden an der Bäderstrasse 8 in Baden. Kleinstunternehmer präsentieren im Laden Karten, Filzkissen, Dekorationsgegenstände, Süssigkeiten, Badetücher und viel mehr. Für Mengozzi ist die Geschäftslage ideal, auch im Hinblick auf das Wiedererwachen der Bäder.

Was war der Auslöser dafür, Ihren Traum zu verwirklichen?

Michèle Mengozzi: Es war schon immer mein Traum gewesen, etwas Eigenes aufzubauen. Ich dachte mir, wenn Du wählen kannst, eröffnest Du einen Laden. Auf einem Spaziergang mit meinem Partner haben wir das freie Lokal an der Bäderstrasse gesehen. Im Dezember 2018 eröffnete ich das Sprungbrett. Bei der Post, am Hauptsitz in Bern arbeite ich in einem Team, im Sprungbrett mache ich alles alleine, bin Einkäuferin, Verkäuferin und Dekorateurin, das ist eine optimale Mischung.

Ihr Geschäft heisst Sprungbrett, weshalb haben sie diesen Namen gewählt?

Mit meinem Lokal will ich Leuten eine Plattform bieten, um ihre Produkte zu präsentieren. Der Name ist somit ein Synonym für den Sprung an die Öffentlichkeit. Vorzugsweise sind es Produzenten, die etwas anbieten aber selber keinen Laden führen wollen. Viele sind sehr gute Handwerker denen das Verkaufen aber nicht so liegt. Diese Aufgabe übernehme ich. Das Wort Sprungbrett weckt Assoziationen mit dem Schwimmen, das passt also auch zu Baden und seinen Bädern.

Sprungbrett Baden Laden Michèle Mengozzi
Foto: zvg

Welche Produkte bieten Sie im Sprungbrett an?

Vor der Eröffnung habe ich mehrere Messen besucht und meinen Laden als Verkaufsort angeboten. Dabei habe ich Leute gesucht, deren Produkte in meinen Laden passen. Inzwischen ist dies nicht mehr nötig, die Produzenten erkundigen sich, ob sie bei mir ihre Werke präsentieren können. Dabei stehen regionale Produkte im Vordergrund, ebenso solche von Kleinunternehmen. Auch Saisonales hat bei mir Platz, so ändert das Angebot regelmässig. Andere Produkte führe ich nur über kürzere Zeit, manchmal nur einige Tage. Es gibt aber auch Produkte, die ich seit der Eröffnung anbiete.

Immer mehr Einkäufe laufen über das Internet, wie gehen Sie damit um?

Im Sprungbrett einkaufen ist ein sinnliches Erlebnis. Die Leute kommen ganz bewusst, sie wollen das Produkt in die Hände nehmen, daran riechen, es genau ansehen. Massenprodukte gibt es keine. Ich habe sehr viele positive Rückmeldungen, sowohl von den Produzenten wie den Kunden. Viele kommen regelmässig vorbei, um etwas zu kaufen. Zahlreiche suchen ein besonderes Geschenk, ein schönes Mitbringsel. Die Produzenten schätzen die Kontakte mit anderen Kolleginnen und Kollegen, sie können sich vernetzen und gegenseitig inspirieren. Der Laden ist nicht nur ein Verkaufsort, sondern ein Treffpunkt.


Michèle Mengozzi (41)

ist in Lenzburg aufgewachsen, hat an der alten Kantonsschule Aarau das Handelsdiplom und später die Erwachsenenmatur an der neuen Kantonsschule Aarau erworben. Sie war Flight Attendant bei der Swissair, arbeitete in Turin in einer Anwaltskanzlei und in Baden bei der Aargauer Zeitung. Seit 10 Jahren ist sie für die Post CH AG tätig, aktuell in Bern im Bereich Unternehmensentwicklung & Innovation, wo sie unter anderem Fachverantwortliche für Mitarbeiterideen ist. Sie wohnt mit ihrem Partner in Baden.

sprungbrettbaden.ch


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Bild von Dieter Minder

Dieter Minder

Redaktor «36 km» Das Magazin für die Limmatstadt und freischaffender Journalist

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