(CONNECT) Das Software-Unternehmen Ateleris aus Brugg hat laut einer Mitteilung gemeinsam mit der Europäischen Weltraumorganisation (European Space Agency, ESA) das Forschungs- und Entwicklungsprojekt RHEA gestartet. RHEA steht für Resiliente Housekeeping-Kodierung für interplanetare Anwendungen (auf Englisch: Resilient Housekeeping Encoding for Interplanetary Applications). Im Rahmen des Projekts soll auf Basis eines von der ESA patentierten Algorithmus ein Prototyp eines Onboard-Telemetrie-Kompressionssystems für Housekeeping erstellt und verifiziert werden.
Unter Housekeeping versteht man in der Raumfahrt die kontinuierliche Erfassung technischer Telemetriedaten zur Überwachung des Systemzustands sowie die physischen Reinigungs- und Abfallentsorgungsaufgaben, die die Sicherheit in bemannten Umgebungen gewährleisten. Laut Ateleris werden die Housekeeping-Daten in interplanetaren Raumfahrzeugen jedoch nicht komprimiert. Das im RHEA-Projekt entwickelte Telemetrie-Kompressionssystem soll dieses Problem nun lösen. „Mit knapper Downlink-Bandbreite und extremen Kommunikationsverzögerungen wird diese Technologie für zukünftige Tiefenraummissionen unerlässlich“, erklärt Ateleris in der Mitteilung.
Das Projekt vereint Raumfahrtsystemtechnik, Softwareentwicklung und formale Verifikation. Es wird von Ateleris gemeinsam mit dem Laboratory for Automated Reasoning and Analysis (LARA) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) geleitet und von der ESA durchgeführt und finanziert. Die Auftaktveranstaltung fand bereits im European Space Operations Centre (ESOC) der ESA in Darmstadt statt. ce/nta