(CONNECT) Statistiken zeigen, dass jeder fünfte multimorbide ältere Patient innerhalb von 30 Tagen nach einem Spitalaufenthalt erneut stationäre betreut werden muss, heisst es in einer Mitteilung des Kantonsspitals Baden (KSB). Das KSB hat mit der Studie Hospital@Home Möglichkeiten gesucht, die Nachbetreuung nach stationärem Aufenthalt im heimischen Umfeld zu organisieren.
Im Ergebnis hatten sich 98 Prozent der 660 Teilnehmenden des Pilotprojekts positiv zu dem entwickelten Konzept geäussert. 96,7 Prozent würden erneut teilnehmen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden betrug 81,9 Jahre, der durchschnittliche Spitalaufenthalt 8,3 Tage. Überprüft werden sollte, wie die gesundheitliche Nachsorge und die Wiedereingliederung in den Alltag funktionierten. Es zeigte sich, mit welchen Herausforderungen ältere Menschen nach der Spitalentlassung konfrontiert sind. Mangelnde Medikamentenversorgung, geringe Verfügbarkeit von Lebensmitteln oder auch erschwerte Möglichkeit, Mediziner zur Nachsorge aufzusuchen, gehörten zu den wichtigen Problemen.
Das Konzept des KSB sieht vor, eine engmaschige Nachsorge im heimischen Umfeld zu organisieren. Dazu gehört die Zusammenarbeit von Hausärzten, Apothekern und Pflegediensten, die mit der Krankengeschichte der Patienten vertraut sind. Hinzu kommt, dass Betroffene über eine KSB-Hotline Fachpersonen erreichen können. „Die bisherigen Ergebnisse und die sehr positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden bestärken uns darin, diesen Ansatz wissenschaftlich fundiert weiterzuverfolgen“, wird Maria Wertli, Chefärztin Innere Medizin am KSB, in der Mitteilung zitiert. „Unser Ziel ist es, mit einer wissenschaftlichen Studie eine Grundlage zu schaffen, auf der gesundheitspolitische Entscheidungen getroffen werden können.“
Das vom KSB entwickelte Projekt Hospital@Home soll noch bis Ende 2026 laufen. Es wird vom Kanton Aargau mit 1 Million Franken unterstützt. Auswertung und Publikation der Ergebnisse erfolgen in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). ce/ww