(CONNECT) Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) haben ein Früherkennungssystem überhitzter Flüsse vorgeschlagen. Mit einem Prognosewerkzeug könnte man auf Überwachungsdaten und Vorhersagen zurückgreifen und mögliche Gefahren durch Hitzewellen aufzeigen, heisst es in einer Mitteilung. Somit könnte auf Gefahren für in den Flüssen heimische Fische aufmerksam gemacht werden und beim Ergreifen geeigneter Massnahmen geholfen werden.
Fische sind ektotherme Tiere, ihre Körpertemperatur hängt von der Umgebung ab. „Wenn die Wassertemperatur steigt, verändern sich die chemischen Reaktionen in den Zellen der Fische – das bezeichnen wir als Hitzestress“, wird Camille Albouy, Mitglied der Forschungsgruppe Ökosysteme und Landschaftsentwicklung, in der Mitteilung zitiert. Das Prognosewerkzeug soll bis zu drei Wochen voraussagen, wie stark Fischpopulationen in der Schweiz von Hitze bedroht sind. Dabei berücksichtigt das Modell die drei Faktoren Wassertemperatur, Fischphysiologie und Artenverteilung.
Auf der Basis von Datensammlungen aus den vergangenen zehn Jahren wurde ein maschinelles Lernmodell geschaffen. Im Versuch wurden reale Situationen wie das Fischsterben von 2018 mit den vorher ermittelten Daten erneut berechnet: An drei Standorten trafen die so ermittelten „Vorhersagen“ mit den realen Daten überein. Die Ergebnisse zeigten, dass die Arbeit an dem Prognosetool auf dem richtigen Weg ist. „jetzt müssen wir sehen, ob daraus eine langfristige Lösung für die Schweizer Flüsse wird“, so Albouy. Die Prognosen werden zweimal wöchentlich aktualisiert und sind auf drought.ch öffentlich zugänglich. ce/ww