WSL-Forschende untersuchen verfrühte Braunfärbung der Wälder

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(CONNECT) Bisherige Forschungen konnten laut einer Mitteilung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) nicht klären, warum viele Bäume schon vor dem herbstlichen Laubfall braune Blätter bekommen. WSL-Forschende führen zwei mögliche Ursachen an: Entweder es handelt sich um einen vorgezogenen Herbstbeginn und die Bäume werfen ihr Laub aktiv ab oder es liegt an Stress durch lange Hitzewellen und Trockenheit, die das Blatt zerstören.

Beide Prozesse haben verschiedene biologische Folgen. Anders als der angepasste Laubfall im Herbst seien stressbedingte Blattverfärbungen unumkehrbar. Es sei wichtig, diese Unterscheidung zu treffen, da ansonsten bisherige Klimamodelle nicht mehr stimmen und die Realität weniger gut abbilden. In einem Kommentar im Fachjournal Nature Climate Change weisen die Hauptautoren des Kommentars, Maxwell Bergström und Zhaofei Wu, darauf hin, dass bei einer Verwechslung die Widerstandskraft der Wälder gegen Klimaextreme überschätzt werden könnte.

Aufgrund des wärmeren Klimas rechnen die Forschenden in der Zukunft mit mehr Blattschäden durch Hitze und Trockenheit, wodurch die Bäume vermehrt in Hitzestress geraten. Dabei gehen wertvolle Nährstoffe verloren, bevor die Bäume sie aus den Blättern zurückholen können. „Wenn dies wiederholt geschieht, können Bäume sich weniger gut von extremen Wetterereignissen erholen. Das schwächt die Gesundheit des Waldes, er wächst weniger gut und kann weniger Kohlendioxid (CO2) aufnehmen“, schreiben die Hauptautoren.

Die Forschung führt vermehrt Fernerkundungsstudien aus der Luft durch, um die Dauer und Veränderungen der Vegetationsperioden zu erfassen und den „Grünheitsgrad“ der Waldgebiete zu messen. Aus den Daten könnten Rückschlüsse gezogen werden, wie Wälder künftig Kohlenstoff binden, ihren Wasserhaushalt regulieren und andere wichtige Ökosystemleistungen erbringen werden.

Als Gegenmassnahme raten die Forscher zu kontrollierten Experimenten. „Dies würde die Fernerkundung des Waldzustands und die Vorhersagen über zukünftige Reaktionen des Ökosystems auf den Klimawandel verbessern“, werden die Autoren zitiert. ce/heg

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