WSL rekonstruiert Fels- und Eissturz von Blatten mit Erdbebensensoren

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(CONNECT) Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der in Birmensdorf ansässigen WSL hat den Fels- und Eissturz von Blatten im Lötschental vom 28. Mai 2025 detailliert rekonstruiert. Beteiligt waren auch Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) sowie aus Frankreich, Deutschland und den USA. Dabei kombinierte das Team gemäss einer Mitteilung Daten seismischer Sensoren mit Luftbildern, Geländemodellen und Ablagerungsproben.

Bei dem Ereignis stürzten mehr als 9 Millionen Kubikmeter Fels und Eis vom Birchgletscher ins Tal. Ein Seismometer auf der nahegelegenen Lauchernalp zeichnete in den zwei Wochen zuvor rund 700 Steinschläge auf. Weitere Messstationen in 33 bis 110 Kilometern Entfernung registrierten anschliessend das Hauptereignis und die Kräfte auf den Talboden.

Anhand der seismischen Signale schätzten die Forschenden das abgestürzte Gesteinsvolumen auf 3,75 Millionen Kubikmeter – eine unabhängige Berechnung anhand von Oberflächenkarten vor und nach dem Felssturz ergab 3,5 Millionen Kubikmeter. Damit liess sich das Gesteinsvolumen mit den seismischen Daten vergleichsweise genau bestimmen.

Für die Rekonstruktion simulierte das Team zudem, wie sich die Masse talwärts bewegte und ausbreitete. Herkömmliche Reibungswerte bildeten das Hauptereignis dabei nicht ausreichend ab, da Eis und Wasser den Widerstand verringerten. Die Reibung in den Simulationen musste daher deutlich reduziert werden.

Die verwendete Methode soll künftig auch auf andere Fels- und Eisstürze angewendet werden und genauere Erkenntnisse darüber liefern, wie weit solche Massen je nach Umfang und Zusammensetzung gelangen können. Dies könnte helfen, gefährdete Gebiete besser zu identifizieren und die Risiken für betroffene Gemeinden einzuschätzen. „Mit jedem Ereignis lassen sich die Modelle und die Vorhersagekraft verbessern“, so Jiahui Kang, Geophysikerin an der WSL. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Communications Earth & Environment veröffentlicht. ce/as

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