(CONNECT) Das Stimmvolk des Kantons Zürich hat am 14. Juni drei Initiativen zum Thema Wohnen jeweils deutlich abgelehnt. Zwei davon wurden von links eingereicht.
Die Wohnungsinitiative zur Schaffung von mehr günstigen und gemeinnützigen Wohnungen hatte eine öffentliche Anstalt zum Bau dieser Wohnungen verlangt. Sie wurde mit 59,6 Prozent abgelehnt, nur die Städte Zürich und Winterthur stimmten zu. Der Gegenvorschlag sieht die Aufnahme der Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus und des selbst genutzten Wohneigentums vor. Er wurde mit 57,9 Prozent angenommen.
Die Wohnschutzinitiative wollte Leerkündigungen stoppen. Sie wurde mit 57,3 Prozent abgelehnt, ausser Zürich und Winterthur stimmte nur Schlieren zu. Der Gegenvorschlag sieht Auflagen für Leerkündigungen bei grösseren Bauvorhaben vor. Er wurde mit 54,3 Prozent angenommen.
Raphaël Tschanz zeigt sich erfreut über den Ausgang. „Mehr preiswerter Wohnraum entsteht nur, indem man das Bauen vereinfacht und beschleunigt. Dort muss nun angesetzt werden“, wird der Direktor der Zürcher Handelskammer (ZHK) in einer Mitteilung zitiert.
Ähnlich sieht es Tina Deplazes. „Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben sich gegen neue Hürden beim Bauen und somit für mehr Wohnraum im Kanton Zürich entscheiden“, wird die Präsidentin von Die Mitte des Kantons in einer Mitteilung des Nein-Komitees zitiert.
Nora Ernst stellt das Ergebnis auch in den Zusammenhang der Klimapolitik. „Um Netto-Null zu erreichen, müssen Investitionen in energetische Sanierungen attraktiv bleiben“, wird die Co-Präsidentin der kantonalen Grünliberalen zitiert. „Ein Mietzinsdeckel hätte genau diese Investitionen ausgebremst und damit den Klimaschutz erschwert.“
Das Nein-Komitee fordert den Regierungsrat auf, Vorschläge zur Beschleunigung des Wohnungsbaus vorzulegen.
Die dritte Initiative hatte verlangt, im Rahmen der Wohnbauförderung ebensoviel selbst genutztes Wohneigentum wie Mietwohnraum zur Verfügung zu stellen. Die Initiative wurde ohne Gegenvorschlag von 74,9 Prozent abgelehnt, keine Gemeinde stimmte zu. ce/ug